Wir waren im Keller des Haizmann- Museums, ich meine, um ein paar Kartons zu verstauen. Dort stolperten wir fast wortwörtlich über einen Haufen von alten Werkzeugen. Was könnte es damit auf sich haben?

Wir waren fasziniert von dem Fund, denn das mussten die Werkzeuge sein, mit denen Haizmann vor Jahren seine Kunstwerke angefertigt hatte! Frau Dr. Karin Tuxhorn, die Vorsitzende des Vereins der Freunde des Richard-Haizmann-Museums, bestätigte mir, dass die im Keller gelagerten Gegenstände noch nie vollständig erfasst und dokumentiert wurden. Und so kam uns eine tolle Idee: Warum nicht einmal alle Teile unter die Lupe nehmen und katalogisieren? Und mit der Genehmigung von Herrn Dr. Haupenthal konnte es schon bald losgehen. Gerade im Lockdown Anfang des Jahres konnte ich gut an diesem Projekt arbeiten.

Unser Kellerfund

In der darauf folgenden Zeit saß ich in der Kindermalschule des Museums, die mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde und habe viel sortiert und fotografiert. Und ganz oft habe ich mir die Frage gestellt, wofür das, was ich in der Hand halte wohl einmal benutzt wurde? Bei einigen Dingen war ich mir sicher, aber bei den allermeisten Gegenständen saß ich grübelnd da.

Beim Fotografieren mit extra angeschaffter Fotobox

Es ist spannend, in die Geschichte einzutauchen und zu überlegen, wie Haizmann wohl an seinem Arbeitsplatz saß und unter seinen Händen Kunstwerke entstanden. Da waren Holzschnittwerkzeuge, Modellierwerkzeuge, alte Zeichenkohlen in Originalverpackungen, Mosaiksteine und vieles mehr. Ob Haizmann wirklich rauchend im Zimmer saß und hoffte, dass die Mäuse aus seiner Wohnung verschwinden, kann man anhand eines Zigarettenstummels und einer Mausefalle unter seinen Sachen natürlich nicht genau sagen, aber zumindest Zeitung hat er wohl gelesen. Unter all den Werkzeugen in der großen Schublade, habe ich eine Zeitung von 1961 herausgekramt. Wirklich faszinierend, wie viel sich seit dem Druckjahr geändert hat. Alleine an der Werbung kann man erkennen, wie sich die Gesellschaft weiterentwickelt hat. Ich persönlich bin ganz froh darüber.

Nur was sollte man jetzt mit den Sachen anfangen? Ich fand es wichtig, der Arbeit auch einen Sinn zu geben und die Fundstücke danach nicht einfach direkt wieder zu verstauen und im Keller verstauben zu lassen. Nach einigen Absprachen stand fest: Es wird eine kleine Ausstellung in der Stadtbücherei geben. Und außerdem sollte es auch mein Jahresprojekt im FSJ werden.

Karin Tuxhorn stellte für mich den Kontakt zu dem Künstler Benjamin Fock her. Mit seiner Hilfe habe ich dann überlegt, was wir in den Vitrinen ausstellen wollen. Und auch bei der richtigen Bezeichnung der Werkzeuge war er eine große Hilfe. Einige Dinge waren doch ganz andere als ich vermutet hatte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Findet ihr es auch spannend, zu erfahren, wie und womit Kunstwerke entstanden sind? Dann schaut doch gerne in der Stadtbücherei vorbei! Die Ausstellung startet am 19.08.

Bis bald!

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