Der Oktober ist fast schon wieder rum und das ist der letzte Beitrag für diesen Monat. Ganz im Sinne des Sternzeichens Waage hoffe ich, dass niemand von euch aus der Balance geraten ist. Und falls doch, dann ist das Yoga- Angebot in Niebüll gut geeignet, um im November zur inneren Mitte zurückzufinden.

Für diesen Artikel durfte ich zwei inspirierende Damen in ihren Studios besuchen. Zuerst war ich bei Ulrike Wandrey, die ihr YOGA Studio, unter dem Namen YOGA~2~KLANG direkt über dem Schlemmerkontor Martensen in der Niebüller Innenstadt betreibt. Man kommt in einen schönen, entspannenden Raum, in dem passenderweise die Farben orange und rot dominieren. Auffällig sind die Instrumente an der Wand, die von ihrem Mann und Klangtherapeut Guido für Klangreisen und während Yoga- und Meditationsstunden eingesetzt werden. Die Instrumente, die Guido hauptsächlich spielt sind: Handpan, Kotamo, Kristallklangschalen, Sitar und noch vieles mehr.

Instrumente an der Wand

Die Musik wird vor allem mit dem Yin- Yoga kombiniert, bei dem Übungen für 3-5  Minuten gehalten werden, um das tiefe Fasziengewebe zu erreichen. Zurzeit unterrichtet Ulrike eine Mischung aus Hatha-, also dem „klassischen“, und Yin-Yoga. Für sie wird so die perfekte Balance zwischen etwas dynamischeren Übungen und tiefer Dehnung erreicht.  

Aufgrund von Rücken- und Schlafproblemen und auf Empfehlung einer Freundin fing sie an, Yoga zu praktizieren und machte schließlich die Ausbildung zur Yogalehrerin. Dabei war eigentlich nie geplant, dass sie einmal Yogalehrerin sein würde. Jetzt ist sie fest davon überzeugt, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund passiert.

Ich finde es immer faszinierend, dass Yoga für jeden etwas Anderes bedeutet. Für Ulrike ist es Selbsterforschung. Auf die Nachfrage, was sie mit ihrem Unterricht zu erreichen hofft, antwortet sie: „Weg vom Denken, hin zum Fühlen.“ Sprich, die Menschen sollen lernen, ihren Körper zu spüren und zu merken, in welcher Verfassung sie gerade sind. Dabei sieht Ulrike sich weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Wegbegleiterin ihrer TeilnehmerInnen. Für ein kleines oder auch längeres Stück darf sie sie begleiten und ihnen in dieser Zeit Werkzeuge mit an die Hand geben, die sie dazu ermächtigen, den Weg später selbst weiterzugehen.

Wichtig ist ihr vor allem, dass die Menschen lernen, bei sich zu bleiben und das Positive in der Welt schätzen zu lernen, anstatt sich von den kleinen Dingen des Alltags stressen zu lassen. Das war für sie selbst aber auch nicht immer einfach. Vor allem, da sie ihr Studio im Januar 2020 eröffnet hat, kurz bevor die Corona- Pandemie begann. In der Zeit des Lockdowns hat Ulrike dann 30-45-minütige Videos gedreht, um ihren Teilnehmern weiterhin die Yogapraxis zu ermöglichen. In dieser Zeit hat sie Outdoor- Yoga für sich entdeckt und erzählte begeistert davon, wie schön es ist, sich mit der Natur zu verbinden und was für ein erhabenes Gefühl es ist, die Baumhaltung vor einem echten Baum zu praktizieren.

Sie ist aber froh, dass ihre 90- minütigen Kurse jetzt wieder in Präsenz stattfinden können. Zurzeit mit eingeschränkter Teilnehmerzahl, zusätzlich bietet sie auch Einzelunterricht an. Jeder kann nach Absprache vorbeikommen, es geht nicht um Leistung, sondern darum, seinen eigenen Körper kennenzulernen.

Mein zweiter Interviewtermin führt mich etwas weg von Niebülls Mitte, hin zu dem idyllisch gelegenen Studio von Jutta Dehnkamp im Tegelwanger Weg. Das erste, was mir beim Einbiegen in die Hofeinfahrt auffällt, sind die Buddha- Statuen im Fenster. Ein Zeichen dafür, dass ich mein Ziel gefunden habe.

Auch Juttas Studio ist total gemütlich, die angezündeten Teelichter tragen zu der entspannten Atmosphäre bei. Sie ist seit ca. 6 Jahren in diesem Studio, vorher war sie in den Räumen über dem Schlemmerkontor Martensen. Geplant hatte sie ebenfalls nie, Yogalehrerin zu werden. Mit Anfang 20 fing sie aus gesundheitlichen Gründen mit der Praxis an und absolvierte schließlich vor 20 Jahren die Ausbildung zur Yogalehrerin. Seitdem unterrichtet sie Hatha- und seit über 2 Jahren auch Yin- Yoga in Kursen, Einzelunterricht oder auch als Workshops sowie Meditation.

Für Jutta bedeutet die Yogapraxis ihr ganzes Leben, vor allem ist es für sie eine Begegnung mit sich selbst, die in Stille durch die Meditation stattfindet. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen gestresst sind, ist es eine gute Möglichkeit, um zur Ruhe zu finden und neue Kraft zu schöpfen.

Besonders die Meditation helfe dabei, seine Gedanken zu akzeptieren und sie zu beobachten ohne zu werten. Es sei nicht das Ziel, nicht zu denken, denn ohne Gedanken können wir gar nicht leben. Damit ich verstehe, was gemeint ist, führt Jutta die interessante Analogie einer Schale an, die unseren Geist symbolisiert. Über die Ränder können die Gedanken hinein- und hinausfließen, ohne dass sie darin festgehalten werden.

Jutta Dehnkamp

Jutta hofft, ihren Schülern durch das Yoga vermitteln zu können, dass jeder für sein eigenes Leben und die Dinge, die passieren, selbst verantwortlich ist und sie zu ermächtigen, authentische und für sich passende Entscheidungen zu treffen. Ein positiver Nebeneffekt sei dann, dass man sich durch die Asanas, also die verschiedenen Haltungen, fit hält.

Vor allem Balanceübungen gefallen ihr sehr gut, denn dabei spüre man genau, in welcher Verfassung man gerade ist und an welchen Stellen im Körper Dinge vielleicht nicht so sind, wie sie sein sollten. Für die Yogapraxis sei die persönliche Übertragung von Wissen und Erfahrungen besonders wichtig, sodass Jutta froh ist, wieder in Präsenz unterrichten zu können. Während Corona haben ihre Kurse über Zoom stattgefunden, was für sie auch ein spannendes Erlebnis war.

Der Baum, ein klassisches Asana

Sie empfindet Yoga als unglaubliches Geschenk, welches ihr Leben sehr bereichert hat. Ich teile ihre Meinung. Yoga bietet jedem die Möglichkeit, zu entspannen, zu sich selbst zu finden und gleichzeitig Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Schaut also gerne bei den beiden vorbei, wenn ihr mehr Balance, Ruhe und Ausgeglichenheit in eurem Alltag haben wollt. Ich verspreche, es lohnt sich 🙂

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