Einige Kinder, die Frank Sauer mit seinem Spielmobil auf diversen Spielplatzfesten in Niebüll begegnet sind, dürften heute schon junge Erwachsene sein.


Nach 14 Jahren bei der Stadt Niebüll sagt Frank Sauer nun Tschüß! In der nächsten Zeit möchte er sich mehr um andere Kinder kümmern, seine eigenen. Die sind in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen.
Das lag auch daran, dass Frank ein Berufspendler ist. Täglich verbringt er mindestens 1 ½ zwischen Niebüll und seinem Wohnort im Auto. Bei den Familien unfreundlichen Arbeitszeiten, die die Tätigkeit im Haus der Jugend Niebüll mit sich bringt, blieb zu wenig Zeit für das familiäre Privatleben.


Eingestellt wurde Frank Sauer damals für die Mobile Soziale Jugendarbeit in Niebüll, als Ergänzung zur stationären Jugendarbeit im Haus. Den Ansatz der aufsuchenden Jugendarbeit könnte man auch als Streetwork bezeichnen, aber das wäre eine zu kurze Beschreibung dessen, was Frank gemacht hat.
In sehr guter Erinnerung habe ich das Spielmobil, mit dem Frank sich in der Sommersaison auf viele der 17 Niebüller Spielplätze begeben hat. Über dieses Angebot konnte er mit den Menschen vor Ort in einen direkten kommunikativen Austausch kommen und bekam einen Eindruck, was die Einwohnerinnen und Einwohner beschäftigt und vor allem auch, was Kinder und Jugendliche sich eigentlich von ihrer Stadt wünschen.


So hat Frank zusammen mit einigen Jugendlichen und Auszubildenden der Fachschule für Sozialpädagogik auch den Wunsch nach einer Skateranlage für Niebüll aufgegriffen und unterstützt. Ich kann mich noch gut an die überzeugende Vorstellung des Projektes im Rathaussaal erinnern. Politische Gremien von Jugendprojekten zu überzeugen, ist nicht immer einfach, aber in Niebüll ist die Politik schon lange sehr aufgeschlossen, nicht zuletzt auch dank des Kinder- und Jugendbeirates, den es bei uns schon viele Jahren gibt (Anmerkung der Redaktion: Den neuen NKJB stellen wir bei nächster Gelegenheit auch vor.)
Die Skateranlage wurde Realität und erfreut sich, gelegen am Westrand der Bürgerwiese, wieder steigender Beliebtheit.


Konzeptionelle Anpassungen der Jugendarbeit sorgten dafür, dass Frank Sauer zusammen mit Orte Schruwe später ein gemeinsames Team im Neubau des Hauses der Jugend in der Hans-Momsen-Straße 9c, hinter dem Amtsgebäude bildete. Ältere werden sich erinnern: Das alte Haus der Jugend stand in der Gather Landstraße, dort, wo jetzt die Auffahrt zum Discounter ist.
Die neue Situation mit verlängerten Öffnungszeiten ermöglichte auch, dass die Stadt im Haus der Jugend eine Einsatzstelle für das FSJ-Kultur einrichten konnte, die dort auch nicht mehr wegzudenken ist. Hier bildete Frank auch bald mit Anja Gudat die neue Doppelspitze im Haus.


Als Medienpädagoge hat Frank unter anderem einen Musikraum eingerichtet, der auch immer wieder fleißig in Anspruch genommen wurde. Frank ist musikalisch vielseitig aufgestellt und hat mit seiner Begeisterung vom Musik machen viele im Haus angesteckt.
Gemeinsam haben wir, also Haus der Jugend, Stadtmarketing und Kulturbüro, in den letzten Jahren den Niebüller Heimspielsommer organisiert und die Angebote in der Stadt und im Umland für die Sommerferien in einer schicken Broschüre zusammengetragen. Diese ist nicht nur für Jugendliche, sondern vor allem für deren Eltern immer wieder eine wichtige Informationsquelle, wenn es darum geht, die langen Sommerferien abwechslungsreich zu gestalten. Über die Jahre gab es viele tolle Angebote, die Frank mit erdacht und organisiert hat. Im Gedächtnis bleiben auf alle Fälle die Graffiti-Workshops, Trommel-Workshops und die offenen Spielenachmittage auf dem Rathausplatz. Wenn irgendwo das bunte X-Gloo Zelt mit den schweren Sandsäcken steht, muss ich einfach immer an Frank denken. In jüngster Vergangenheit hat er sich im Rahmen der Interkulturellen Woche engagiert. Was war das für ein fantastisch schöner Tag im vergangenen Jahr auf dem Mehrgenerationenplatz in der Mühlenstraße, Leben und Miteinander pur!


Pandemiebedingt wuchs in den letzten Jahren das E-Sport Angebot des Hauses. Minecraft Events zum Beispiel gewinnen in der Freizeitgestaltung junger Menschen immer mehr an Bedeutung. So ein Spiel bietet aufgrund seiner Komplexität unheimlich viel Ansätze medienpädagogischer Ansätze und darf nicht einfach als Daddelei abgetan werden. In diese Richtung soll es mit Franks Nachfolger, Kim Lennart Lorenzen eine verstärkte Ausrichtung geben. Wir dürfen gespannt sein.


Hey Frank, Du hast über 14 Jahren die mobile Jugendarbeit und das Haus der Jugend Niebüll mit geprägt! Die Zusammenarbeit mit Dir und die herzliche Atmosphäre im Haus waren uns stets eine große Freude! Danke für die schöne Zeit und die tolle Arbeit, die Du geleistet hast! Genieße die Zeit, die Du jetzt mehr mit Deiner Familie hast, das ist es wert!


Danke, Frank!

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