Das ist der Titel der neuen Ausstellung im Richard-Haizmann Museum. Auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich, ich musste auf jeden Fall zweimal hinschauen, bis mir aufgegangen ist, dass so die Ausstellung heißt. Bei näherer Betrachtung aber definitiv berechtigt.

Eigentlich werden meistens die Werke von einem/einer Künstler*in gezeigt. Eigentlich. Diesmal sind es gleich vier Kunstschaffende, deren Werke bis zum 04. Juni im Richard-Haizmann Museum zu sehen sind. Und glaubt mir: Ein Besuch lohnt sich sehr. Faszinierende Skulpturen, unglaublich realistisch wirkende Gemälde, Lichtobjekte und ein „fliegender“ Tisch erwarten euch.

An dieser Stelle möchte ich euch aber erst einmal die Künstler*innen vorstellen, deren tollen Werke ihr betrachten könnt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle vier mit dem Norden verbunden sind. Entweder sind sie hier oben geboren oder arbeiten jetzt hier.

Auf Cora Korte trifft beides zu. Sie ist in Flensburg geboren, hat dort ihr Abitur gemacht und anschließend erst Kunst-und Literaturwissenschaften an der CAU Kiel und später an der Muthesius- Kunsthochschule Kiel ebenfalls dort Freie Malerei bei Harald Duwe und Peter Nagel studiert. 2005 begann ihre freiberufliche Tätigkeit und jetzt arbeitet sie in ihren Ateliers in Kiel und Berlin. Den Aspekt des Eigentlichen findet man in ihren Werken. In einem Interview von der Fachhochschule Kiel erklärt sie, dass Kunst alle Facetten des Lebens aufgreifen solle. Je nach Beleuchtung habe man dabei verschiedene Wahrnehmungen des gleichen Bildes, das eigentlich eindeutig erscheinen könnte. Ihre Lichtobjekte, die ihr im Richard-Haizmann Museum entdecken könnt, spiegeln genau das wider.

Gemälde von Cora Korte

Die kuriosen Bronzeskulpturen, die sich in verschiedenen Räumen finden, stammen von Fabian Vogler. In Hamburg geboren studierte er erst angewandte Kunst an der Universität in Wien und entdeckte später während seiner Zeit in London Ballon Skulpturen für sich. Das Spannende: Eigentlich hätten es perfekte Ballons sein können. Eigentlich, denn Vogler gestaltet sie bewusst so, dass sie unvollkommen sind und man aus jeder Perspektive etwas Anderes entdecken kann. Heute arbeitet er in seinem Bildhaueratelier in Bargum.

Bei einigen Gemälden von René Schoemakers kann man fast nicht glauben, dass es sich um Bilder handelt, so realistisch wirken seine Darstellungen. Sie entstehen in seinem Haus in Kiel, in dem sich auch sein Atelier befindet. Geboren ist der Künstler in Kleve am Niederrhein und hat ebenfalls bei Peter Nagel gelernt. Seit er 14 Jahre alt ist, beschäftigt er sich mit der Kunst. Eigentlich könnte man denken, dass Gemälde immer nur einen gewissen Teil der Realität abbilden. Aber so ist es nicht ganz, denn Kunst erschafft gleichzeitig auch immer eine neue, eigene Welt, die im Auge des Betrachters liegt. In einem Interview erklärt Schoemakers zudem, dass ein Werk entsteht und man danach erst den Prozess nachvollziehen könne.

Der vierte Künstler, Volker Tiemann, wurde in Kiel geboren und studierte genauso wie Cora Korte Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, allerdings bei Jana Koblasa. Danach folgten mehrere Auslandsaufenthalte, unter anderem in Großbritannien, New York und Paris. Seine Holzspiralen werden euch definitiv ins Auge fallen, wenn ihr im Museum steht. Eigentlich kann ein Mensch nicht mal eben nebenbei einen Tisch mit einer Hand hochhalten- außer, er ist eine Skulptur. Findet ihr den Künstler, wie er genau das tut?

Alle Informationen zu den Künstler*innen stammen von deren Webseiten oder aus den angegebenen Interviews.

Wie kommt man nun darauf, vier so verschiedene Künstler*innen in einer Ausstellung zu vereinen? Das haben wir Dr. Uwe Haupenthal, den Leiter des Richard-Haizmann Museums, gefragt. „Alle Künstler*innen zählen seit Langem zu den herausragenden Künstlern in Schleswig-Holstein in den Bereichen Malerei, Plastik und Objektkunst.“, sagt er. Alle vier verbinde außerdem die Nähe zur Wirklichkeit, so wie wir sie wahrnehmen. Dies zeige sich sowohl in den Motiven als auch in der Farbwahl oder den Formen einzelner Objekte.

Das ganze Statement von Dr. Haupenthal hier als PDF

Faszinierend, diese Kunst. Noch schöner natürlich, wenn man selber davorsteht. Also schaut doch bei nächster Gelegenheit unbedingt im Richard-Haizmann Museum vorbei!

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