Wenn Kinder vom Spielen reinkommen, sind sie oft nicht mehr ganz sauber. Wenn es dann vielleicht auch noch nass draußen ist, heißt es drinnen Klamotten wechseln.

Zuhause ist das vielleicht leicht zu händeln, aber in der Kita kann das schnell zur großen Herausforderung werden, wenn 10 oder mehr Kinder mit nassen, dreckigen Sachen in die trockenen, sauberen Kita-Räume stürmen.
Bisher war es in der Rappelkiste, die zu den Lebenshilfeeinrichtungen Niebüll GmbH gehört, so, dass im Eingangsbereich, in dem jedes Kind seinen Platz und Haken hat, die nassen Matschhosen oder Jacken in einen Plastikmüllbeutel gesteckt wurden, der später den Eltern mitgegeben wurde.


Dies bedeutete über das Jahr gesehen eine riesige Menge an Müllbeuteln, die einmal benutzt meist weggeworfen wurden. Denn sind wir mal ehrlich, wer wäscht so einen großen Beutel aus, trocknet ihn und nimmt ihn dann wieder mit. Eigentlich niemand, denn diese Beutel sind für mehrmaligen Gebrauch auch nicht wirklich geeignet.
Kita-Leiterin Svenja Becker und Eltern sind dieses Müllproblem nun angegangen, weil sie die Kita nachhaltiger gestalten möchten und haben sogenannte Wetbags eingeführt. Das sind sehr stabile Beutel, die zigfach wiederverwendet werden können. Das Material, aus dem sie gemacht sind nennt sich Oxford PES. Es ist also ein Kunststoff. Der Vorteil daran, er ist sehr langlebig und gleichzeitig wasserundurchlässig und trotzdem bei 30 °C waschbar. Man kennt ihn auch von Kinderwagen, Sportbekleidung oder Gartenmöbeln.


Richtig klasse ist die lokale Kooperation in diesem Projekt. Produziert werden die Wetbags nämlich bei den Mürwikern im Gewerbegebiet Ost. Urte Langmaack und ihr Team in der Schneiderei haben die Beutel in Abstimmung mit der Kita designt, genäht und getestet. Besonders die Applikation ist aufwendige Handarbeit. Um die Wetbags noch nachhaltiger zu machen, ist Urte Langmaack noch auf der Suche nach wiederverwertbaren, gebrauchten Stoffen oder recycelten Materialien, die den Ansprüchen an das Produkt gerecht werden.
Seit zwei Monaten gibt es nun in der Rappelkiste große Wetbags für zum Beispiel Schneeanzüge und Matschhosen und eine kleinere Größe für etwa Jacken oder Hosen. Die Beutel sind natürlich in Rappelkisten-Grün gehalten und tragen den Schriftzug Leni. Das sieht echt schick aus. Im Dauereinsatz sind sie noch nicht, aber alle Eltern und Kinder, die sie bisher ausprobiert haben, sind jetzt schon überzeugt von den Wetbags. Bei 32 Kindern können so im Jahr viele Rollen Einweg-Müllbeutel eingespart werden.


Alle in der Rappelkiste sind begeistert von den Leni-Beuteln. Die Kinder haben uns beim Besuch gezeigt, wie man damit umgeht und wie viel da tatsächlich reinpasst. Svenja Becker und Leni Geschäftsführer Andreas Elshoff hoffen, dass die Wetbags Nachahmer finden und geben gerne Auskunft.
Überhaupt tut sich in Sachen Nachhaltigkeit einiges im Kita-Bereich. Das aus Nordrhein-Westfalen stammende Konzept Faire-Kita erfährt in Schleswig-Holstein gerade über den Verein Eine Welt im Blick e.V. wachsende Resonanz. In der Rappelkiste wird unter anderem darauf Wert gelegt, dass mitgebrachte Plastikverpackungen wieder mitgenommen werden, z.B. wenn Lebensmittel darin verpackt waren. Überhaupt verfolgt die Kita einen Ansatz für gesunde Ernährung: Äpfel können gerne mit Schale gegessen werden, Fruchtzwerge und Weißbrot sind nicht erlaubt. Das alles sind kleine, aber wichtige Bausteine.

Wir finden die Wetbags umweltenbesser. Sie sind nachhaltig, denn sie vermeiden viel Einwegmüll. Ein tolles Produkt, made in Niebüll!

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