Der Heilkräuterpfad auf dem Niebüller Parkfriedhof ist ein wahres Jahresprojekt. Ann-Kathrin Arnold hat schon während des Vorstellungsgesprächs für die FÖJ-Stelle beim Evangelisch-Lutherischen Friedhofswerk Nordfriesland im vergangenen Jahr von dieser Idee erzählt.

Als sie dann die Stelle im August 2021 angetreten hatte, hat Ann-Kathrin auch gleich mit der Planung für ihr Jahresprojekt im Freiwilligen Ökologischen Jahr angefangen.
Die heute noch sehr bekannte Benediktinerin und Äbtissin Hildegard von Bingen war, geografisch gesehen, fast eine Nachbarin in Ann-Kathrins Heimat in Rheinland-Pfalz. Die aus Bermersheim bei Alzey stammende Frau gilt als Universalgelehrte in der Natur- und Heilkunde und hat dazu im 12. Jahrhundert mehrere Schriften verfasst. Das Wissen um die Wirksamkeit von Heilkräutern und Beikräutern lässt Ann-Kathrin nun in einem Heilkräuterpfad auf dem Niebüller Parkfriedhof wieder ganz lebendig werden. Sie hat, mit Unterstützung anderer Freiwilliger, an die 30 Heilpflanzen entlang der östlich gelegenen Allee aus Zieräpfeln in elipsenförmigen Metallumrandungen angelegt. Zu finden sind hier unter anderem Ackerminze und Quendel, Pfefferminze und Fenchel, Schafgarbe und Ringelblume, Lein, Tausendgüldenkraut oder Frauenmantel – also eine Mischung aus bekannten und weniger bekannten Kräutern. Die Pflanzenarten werden jeweils auf kleinen Hinweistafeln beschrieben.
Zum Heilkräuterpfad gehört auch ein Beet mit Beikräutern, die vielfach auch als Unkraut bezeichnet werden, aber trotzdem sehr nützlich für das eigene Wohlbefinden sein können, wenn sie ihre wahre Heilwirkung entfalten, wie zum Beispiel die Brennnessel.

Heilmethoden für das körperliche Gleichgewicht: Hildegard-Fasten, um den Körper von Gift- und Schlackestoffen zu befreien; Heilkräuter verwenden, Heilsteine nutzen, ausleitende Verfahren wie das Schröpfen oder der Aderlass.

Schon im Winter hat Ann-Kathrin damit begonnen, die Informationen zu den Heilkräutern zu sammeln und die Infotafeln vorzubereiten. Die Metallumrandungen wurden frühzeitig erstellt und der Untergrund für die Pflanzungen vorbereitet. Im Frühjahr wurden die ersten Heilkräuter eingesäht, damit sie jetzt im Sommer voller Pracht erblühen können. Von Friedhofsgärtner Thomas Andresen hat Ann-Kathrin nicht nur Unterstützung und Zuspruch bekommen, sondern auch ein großes Lob.

Der FÖJlerin liegt es sehr am Herzen, das Wissen über die Heilkräuter wiederzubeleben, welches teilweise über die Jahrhunderte in Vergessenheit geriet. Einige der Heilkräuter, wie zum Beispiel Kamille oder Basilikum können mit der Nahrung aufgenommen werden (Küchenkräuter), andere dienen nur der äußeren Anwendung, wenn sie zum Beispiel wie Beinwell oder Ringelblume in Salben und Cremes verarbeitet werden.

Ann-Kathrin Arnold erklärt ihr FÖJ-Jahresprojekt, einen Heilkräuterpfad

Mit ihrem Projekt hat Ann-Kathrin Arnold vieles erreicht: Der Parkfriedhof bekam eine biodiversitäre Aufwertung durch die Vielfalt der Kräuter, die Besucher können sich an der Anlage erfreuen, das Wissen um die medizinische und die Heilwirkung vieler Kräuter wurde neu belebt und es wird damit gezeigt, wie schützenswert die Natur in all ihren Bestandteilen ist. Nun kann man den eigenen Garten vielleicht mit anderen Augen sehen, wenn es hier und da mal wild wuchert. Ein Blick ins Heilkräuterbuch oder die Nutzung entsprechender App lohnt in jedem Fall.
Finanziell gefördert wurde das Projekt vom Hilfswerk „Niebüller helfen Niebüllern“ und vom Verschönerungsverein Niebüll e.V.

Vielen Dank Ann-Kathrin für dieses tolle Projekt!

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