Der Kaffee in der Einkaufsstraße, etwas für den Hunger zwischendurch oder ein schnelles Abendessen wird vielen Kunden:innen in Einwegverpackungen ausgegeben. Um die Umwelt zu entlasten, soll nach Willen der EU damit ab dem nächsten Jahr schrittweise Schluss sein. Laut Nabu fallen in Deutschland jährlich ca. 300.000 Tonnen Abfall von Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen an.

Vereinzelt gibt es bereits engagierte gastronomische Betriebe, die mehrfach verwendbare Behältnisse anbieten, entweder in einem Pfandsystem oder als Insellösung. Doch für alle anderen Gastronomiebetriebe, die Einwegverpackungen mit verzehrfertigem Essen oder Getränken befüllen und direkt an Endverbraucher:innen ausgeben, gilt ab dem 1. Januar 2023 die gesetzliche Verpflichtung, ihren Kund:innen Mehrwegverpackungen als Alternative anzubieten. Betroffen sind Systemgastronomie, Restaurants und Imbisse genauso wie Lieferdienste, Kantinen, mobile Verpflegungsgewerbe, Kinos oder auch Teile des Lebensmitteleinzelhandels wie Salatbars (Quelle: Deutsche Umwelthilfe „Mehrwegangebotspflicht Infoblatt für Gastro und Veranstaltungen). Für Betriebe mit weniger als 5 Mitarbeitern und einer Verkaufsfläche kleiner als 80 qm² gilt dann die Regelung, dass die Mehrwegangebotspflicht auch durch die Befüllung von mitgebrachten Behältnissen erfüllt werden kann.

Die Wirtschaftsförderung Nordfriesland und die Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland wollen daher gemeinsam mit dem Kreis die regionalen Geschäftsverantwortlichen unterstützen, Lösungen für eine Umstellung auf Mehrwegverpackungen zu finden. In Kooperation mit dem Verein „Küste gegen Plastik“ und dem Stadtmarketing Niebüll wurde ein Online-Fragebogen für die betroffenen Betriebe entwickelt. Die Antworten dienen der Planung kurzfristiger regionaler Aktivitäten, um die Umstellung auf die Mehrwegpflicht an der Westküste zu erleichtern.

Eine Mülltonne mit Einwegverpackungen
So schnell verstopft Einweggeschirr bei Veranstaltungen die Mülltonnen


Bis zum 16. Oktober 2022 ist die Online-Umfrage “Mehrwegsystem Westküste/Nordriesland“ für interessierte Betriebe freigeschaltet. Der Link findet sich auf den Internetseiten der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland http://www.wf-nf.de, der Abfallwirtschaft Nordfriesland http://www.awnf.de, der Stadt Niebüll http://www.niebuell.de und des Vereins Küste gegen Plastik http://www.kueste-gegen-plastik.de. Ansonsten ist auch nochmal der Link zur Umfrage:  https://forms.office.com/r/sZsCGJe6Qs

To-go Angebot in der Gastronomie
Bei Pack&Schnack steht der To-go Becher direkt auf der Theke

Die Akteure freuen sich auf eine breite Beteiligung der genannten Unternehmen, um noch in diesem Jahr eine zielgerichtete Hilfestellung geben zu können. Bei Fragen wenden sich Interessierte an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, Ansprechpartnerin Dagmar Jensen unter E-Mail: d.jensen@wfg-nf.de.

Ganz gleich, ob es ein einheitliches Mehrweg-System bei uns an der Westküste geben wird, Mehrweg ist immer besser als Einweg. Und wenn Du dir unsicher bist, frage einfach beim entsprechenden Betrieb nach, ob es dort ein Angebot gibt oder ob du sogar selbst Behältnisse mitbringen darfst. Ganz wichtig ist, dass wir Verbraucher:innen aktiv Mehrweg fordern, damit sich schneller etwas ändert und der Coffee-To-Go wieder guten Gewissens schmeckt. Mehrweg finden wir umweltenbesser.

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