Am 21. März 2026 findet bereits zum 10ten Mal der Deutsch-Dänische-Spieletag „Grenzenlos spielen“ in der Turnhalle der Dänischen Schule Niebüll statt. Von 11.00 – 18.00 Uhr können ganz viele verschiedene Spiele ausprobiert werden, es gibt ein Rahmenprogramm mit Tombola. Der Spieletag erfreut sich jährlich großer Beliebtheit. Hinter der Veranstaltung steckt die Gamergilde „Die Anderen“. Wir haben bei Thomas Starck – Mastermind der Gilde – nachgefragt, wie sich der Spieletag entwickelt hat und was am Spielen so besonders ist.

Wer genau ist die Gamergilde Die Anderen?
“Die Anderen“ ist eine private Gruppe von 8 begeisterten Spielern. Vor nunmehr 45Jahren trafen wir uns zunächst zu zweit immer donnerstags um Brettspiele und Kartenspiele zu spielen. Die Auswahl war damals sehr begrenzt. Über die Jahre kam immer mal ein weiterer Mitspieler dazu. Und nun sind es 8 „Gildenmitglieder“, die sich in immer mal wechselnder Besetzung, mit mittlerweile hunderten Spielen in den jeweiligen Spieleschränken, aber immer noch donnerstags zum Spielen Treffen.
Wie ist der Deutsch-Dänische-Spieletag entstanden?
Wir haben in den vielen Jahren immer mal die Spielemesse in Essen und große Spieletage z.B. in Bremen besucht. Ein Gruppenmitglied, als aktives Mitglied der Dänischen Minderheit berichtete dann mal, dass es nur sehr wenige Brettspiele in dänischer Sprache gibt. Daher war die Spielekultur in Dänemark ganz anders ausgeprägt als in Deutschland. Seit 1995, als „die Siedler von Catan“ in Deutschland Spiel des Jahres wurden, boomt in Deutschland der Markt der „German Games“ die dann später als „Eurogames“ bekannt wurden. Um diese Spielekultur Menschen in unserer Grenzregion sprachübergreifend näher zubringen kam der Gedanke auf einen Spieletag in Niebüll in Zusammenarbeit mit dem SSF auf die Beine zu stellen. Das wurde dann im ersten Jahr 2016 auch gleich mit gut 200 Teilnehmern aller Altersklassen ein großer Erfolg. Seitdem konnten wir immer ca. 250-300 Besucher begrüßen.
Spielen Deutsche anders als Dänen, also andere Arten von Spielen?
Wir spielen nicht unterschiedlich, haben nur unterschiedlich gute Zugänge zu verständlichen Spieleanleitungen. Mittlerweile gibt es jedes Jahr zur Spielemesse „Spiel“ über 1000 Neuerscheinungen aus aller Welt, allerdings seltener in Dänisch. Da ist halt schon für Jeden ein Spiel dabei. Man muss es nur finden und vielleicht mal ausprobieren. Und da sind wir halt gerne behilflich.
Habt ihr auch zweisprachige Spiele, die tatsächlich eine grenzübergreifende Verbindung herstellen?
Sehr viele Spiele werden heute Sprachneutral hergestellt, sodass nur die jeweilige Spielanleitung übersetzt werden muss. Es gibt eigentlich immer eine englische und meistens auch eine deutsche Anleitung. Tatsächlich haben wir mit „Vejen“, von Hærvejen (Ochsenweg), auch ein Spiel, das den Handel auf diesen historischen, grenzüberschreitenden Wegen thematisiert. Die beiden nordfriesischen Autoren dieses Spiels stellen auch in diesem Jahr wieder ihre Neuentwicklungen vor.
Welche Highlights erwarten die Besucher in diesem Jahr?
Auch in diesem Jahr werden wir wieder von vielen Verlagen Spieleneuheiten, sowohl für Familien als auch für Kenner, zum Spielen anbieten können. Es wird ein abenteuerliches Märchenspiel mit Memo-Mechanismus als Großspiel ein Blickfang werden. Man wird wieder Spiele ausprobieren können, die noch in der Entwicklung bei Autoren sind. Es wird natürlich wieder unsere beliebte Tombola geben. Viele Spiele und auch viele Mitspieler warten auf die Besucher. Mein persönliches Highlight ist es nämlich, wenn fremde Menschen sich zu einem gemeinsamen Spiel am Tisch zusammenfinden und sich als befreundete Menschen wieder verabschieden.
Welches sind deine drei Lieblingsspiele?
Meine Lieblingsspiele wechseln eigentlich fast jährlich, da es ja immer wieder neue Spiele gibt, deren Qualität auch immer besser werden. Und es kommt ja auch immer darauf an mit wem man spielt.
In der Familie spielen wir gerne „Quaksalber von Qädlingburg“ oder „Exit“ Spiele, “, bei denen die Hirnwindungen ein wenig ins Rauchen kommen. Mit meiner Enkeltochter spiele ich z.B. gerne „Kritzelburg“ oder „Witchdraft. An unseren Donnerstagen ist „Endeavor die Tiefsee“ aktuell mein Favorit, aber auch die „Weiße Burg“ kommt gerne auf den Tisch. Aber auch Partyspiele wie „Krazy Wordz“ oder „Hitster“ fangen mich. Ich glaube, das sind jetzt drei. ?
Warum sollten wir alle mehr spielen?
Die deutsche Unesco-Kommission hat „Brettspiele spielen“ im März 2025 in den Katalog des „Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. Die Begründung: „Brettspiele spielen ist eine generationsübergreifende Praxis, bei der Menschen in verschiedenen sozialen Kontexten gemeinsam spielen, um Gemeinschaft zu fördern und Wissen weiterzugeben. Durch das gemeinsame Spielen entsteht eine integrative und generationenübergreifende Praxis, die Menschen miteinander verbindet, unabhängig von sozialen oder kulturellen Unterschieden.“
Oder man sagt einfach: „Es macht Spass!“
Wenn man am Ende des Spieletags am 21.3. wieder um die 300 Menschen gesehen hat, die einfach einen schönen Tag hatten und glücklich nach Hause gehen, weiß man, dass es stimmt.
Und alle, die das öfter erleben möchten, die begrüßen wir gerne an einem Freitag zu unseren monatlichen offenen Spieleabenden im SSF Vereinshaus. (näheres dazu unter www.ggnf.de/termine)
Thomas´ Einladung dazu passt, „Werdet Kulturerbe und spielt!“. Wer neugierig geworden ist, darf gerne am 21.03. in die Turnhalle der Dänischen Schule kommen, der Eintritt ist frei..




