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Was bewegt Norddeutschland – Ausstellung

Eine Ausstellung mit meinen Malereien der norddeutschen Landschaft und die Beschäftigung mit der namensgebenden Frage des Titels.

Die Idee und Motivation

Schon als ich das erste Mal davon gehört habe, dass man im Laufe des FSJs ein eigenes Projekt machen soll – noch bevor das Jahr für mich überhaupt begonnen hatte – hatte ich schon den Titel und eine Idee dazu im Kopf.

Ich wollte unbedingt gerne eine Ausstellung machen, da ich meine gemalten Bilder noch nie zuvor ausgestellt hatte und das gerne mal machen wollte. Auch was Menschen bewegt, was ihre Hintergründe und Gefühle sind, hat mich schon immer interessiert, insbesondere deswegen, weil das Dinge sind, die einem von den meisten Leuten für immer verborgen bleiben. Aber auch, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es für ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft maßgeblich wichtig ist, Verständnis füreinander zu haben. Und dieses Verständnis erlangt man am besten, indem man in Kontakt tritt, Fragen stellt und sich zuhört, anstatt vorschnell zu urteilen und Leute abzustempeln. Wenn man erfährt, was die Hintergründe für bestimmtes, eils unerwünschtes Handeln sind, kann man feststellen, dass nicht hinter jeder vermeintlich bösen Tat auch böser Wille steckt, sondern oft nur Verletztheit, Unwissenheit oder Missverständnis.

Dafür ist es aber auch ebenso wichtig, Fragen als das anzusehen, was sie oft sind; die Frage “Warum hast du das gemacht?” ist bspw. nicht zwangsläufig ein Vorwurf, sondern oft nur das Interesse am Verstehen-wollen.

Entstehung & Prozess

So stand also schon mal fest, dass ich Bilder malen und mit Leuten ins Gespräch kommen wollte über die Frage, was sie persönlich in ihrem Leben beschäftigt.

Die Gemälde sollten auf den ersten Blick kein Problem darstellen. Es ist ein Traum, in der Arbeitszeit seinem Hobby nachgehen zu können und dabei auch noch etwas Produktives zu schaffen. Also habe ich mich fleißig und motiviert an die erste Leinwand gesetzt – zu Hause, weil ich dachte, dort habe ich mehr Ruhe, muss nicht aufpassen, dass ich den Teppichboden des Büros nicht beschmiere und außerdem alle Materialien vor Ort. Bis ich gemerkt habe, dass es nicht leicht ist, in einer kleinen Wohnung mit im Winter wenig gutem Licht verhältnismäßig große Leinwände zu bemalen.

Die Lösung war zum Glück schnell gefunden, denn ich durfte fortan den Raum der Malschule im Richard Haizmann Museum als mein ´´Atelier“ benutzen. Dort habe ich dann regelmäßig an meinen Gemälden gearbeitet, mich ausprobiert mit Pinseln und Spachtel, bis ich der Ansicht war, nun habe ich genug Bilder zusammen, dass man es als Ausstellung bezeichnen kann.

Malprozess des Bildes „Ankunft im Schnee“

Parallel habe ich mir einige Fragen überlegt, die ich Menschen aus verschiedenen Teilen Schleswig-Holsteins stellen wollte. Der Plan war zuerst, in mehrere unterschiedliche Städte zu fahren und zufällige Leute anzusprechen, was ich dann wieder verworfen habe, da einige Fragen doch recht persönlich sind und ich mir gut vorstellen kann, dass nicht jeder das einem Fremden einfach so erzählen möchte. Darum habe ich Fragebögen vorbereitet, diese zu einem der FSJ-Großseminare mitgenommen, bei dem auch viele FSJler aus ganz unterschiedlichen Regionen des Bundeslandes kommen und habe sie gebeten, die Bögen anonym auszufüllen.

Das hat mich einen großen Schritt vorangebracht, ihre Antworten findet ihr in der Ausstellung in bunter Schrift auf weißem Papier.

Dennoch wollte ich auch noch ein paar persönliche, ausführliche Gespräche führen, mit Leuten, die sich bewusst dazu entschieden haben, aus anderen Teilen Deutschlands in den Norden zu ziehen. Diese habe ich gefunden in Constance Vogel, Wolfgang Steffen und Alexandra Herrmann.

Constance Vogel habe ich zufällig auf einer Ausstellungseröffnung im Haizmann Museum kennengelernt, wo sie am Rande erwähnte, dass sie ursprünglich nicht von hier kommt. Ich habe ihr von meinem Projekt erzählt und gefragt, ob sie Lust hätte, mir ihre Geschichte in einem Interview zu erzählen. Sie war bereit, gab mir ihre Emailadresse, eine Weile später machten wir einen Termin aus und bald durfte ich sie zu ihrem Leben befragen.

Den Tipp Wolfgang Steffen habe ich von meinen Eltern bekommen, die sich bei einem Besuch hier das Friesische Museum in Niebüll angeschaut hatten und dort mit einem Mitarbeiter ins Gespräch gekommen waren, der auch ungefähr aus der Ecke meiner Heimat kommt, also habe ich mich ans Museum gewandt, nachgefragt, auf welchen Kollegen die Beschreibung denn zutreffen könnte und bekam einen Kontakt weitergeleitet. Damit hatte ich meinen zweiten Interviewpartner gefunden.

Alexandra Herrmann kannte ich schon flüchtig vom Sehen, dass sie ursprünglich auch nicht von hier kam, habe ich von Holger erfahren und zu guter Letzt auch sie gefragt, ob sie an meinem Projekt teilnehmen möchte.

Alle drei waren gerne bereit, sich meinen Fragen zu stellen und es sind interessante, liebe Gespräche entstanden, von denen ein Teil ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Die Textelemente in der Ausstellung – sowohl von den 3 nach Nordfriesland Zugezogenen als auch von den in Schleswig-Holstein verteilten befragten FSJlern – sollen einen kleinen Einblick in die Realität anderer Menschen geben und anregen, nicht nur oberflächlich ins Gespräch zu kommen, sondern auch mal genauer hinzusehen und nachzufragen und in einen wertfreien Austausch miteinander zu kommen.

Mit den gemalten Bildern möchte ich den Blick für die Schönheit Norddeutschlands aus meinen Augen widergeben und Einheimischen die Möglichkeit geben, alltäglich vertraute Orte neu wahrzunehmen.

Das Anstrengendste bei der Erarbeitung waren allerdings nicht die großen Hauptaufgaben wie die Bilder zu malen oder die Interviews zu führen, sondern die ganzen Kleinigkeiten dazwischen, die man auf den ersten Blick gar nicht unbedingt sieht. Das viele Hin- und Herschreiben, Texte mehrfach umformulieren, Bilder einscannen, Schriftarten angleichen, Farben und Leinwände herumtransportieren, Farben nachkaufen, Materialien passend nach den Vorstellungen finden, Termine abstimmen, auf Rückmeldungen warten, computertechnische Probleme,..

Umso mehr würde es mich freuen, möglichst viele Besucher bei der Vernissage am Samstag, den 20. Juni um 10 Uhr in der Bücherei Niebüll begrüßen zu dürfen.

Auch ein Eintrag ins Gästebuch ist herzlichst gern gesehen!

Die Ausstellung wird bis zum 8. August 2026 laufen und kann zu den gewohnten Öffnungszeiten der Bücherei betrachtet werden;
Mo, Di, Do, Fr.: 9:30 – 13 & 15 – 18 Uhr
Sa.: 10 – 12 Uhr
(Mi & So geschlossen).

Vielen lieben Dank auch an Maren Mumme, die mir den Platz dort zur Verfügung gestellt hat.

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