Ulrike Pisch – Atmosphères
Letzten Freitag, am 10. Juli 2026 wurde im Richard Haizmann Museum die neue Ausstellung von der Berliner Künstlerin Ulrike Pisch, „Atmosphères“ eröffnet, die bis zum 18. 10. 2026 zu sehen sein wird.
Sie zeigt mit Öl auf Leinwand gemalte Bilder, von Menschen“schwärmen“, auf denen die Gesichter meist undefiniert sind bis hin zu Einzelportraits, in denen die Grenzen zwischen Mensch und Umgebung oft miteinander verschwimmen.
Die Künstlerin arbeitet dabei mit mehrerlei Kontrasten; Der Kontrast zwischen Hell und Dunkel, der sich in vielen Bildern wiederfindet. Der physische Kontrast zwischen dicken Farbauftragungen und dünnen, transparenten Partien, durch die die unterliegende Schicht noch hindurchscheint. Aber auch die inhaltliche Differenz zwischen Anonymität und Intimität.
Gesichtlose Figuren, eingefangen in Momenten des vermeintlichen Unbeobachtet-Seins.
Die Farben sollen dabei keine realistische Abbildung der Wirklichkeit sein, sondern vielmehr Eindrücke von Gefühlen, Stimmungen und Erinnerungen vermitteln.

Die Bronze -und Steinzeugskulpturen Richard Haizmanns sind dabei ganz bewusst in den Räumen plaziert worden, sie sollen im Dialog mit den Gemälden stehen und sich in ihre Landschaft einfügen, verrät mir Anja Annuss, die engagierte Mitarbeiterin des Museums.
Das Besondere an dieser Ausstellung ist aber, dass sie nicht nur Ulrike Pischs allgemeine Werke zeigt, sondern zu einem Teil auch ein gemeinsames Projekt mit der aus Wroclaw (Polen) stammenden Sängerin Bente Kahan ist.
Diese hat Gedichte der jüdischen Poetin Ilse Weber, welche 1944 in in Auschwitz ermordet wurde, in ihrem Album „Was ist die Welt so stille“ vertont und ihrem unvollendeten Leben eine Stimme geliehen.
Ein paar dieser zu Liedern gewordenen Gedichten hat Ulrike Pisch darauffolgend malerisch dargestellt. Über den QR Code, den man mit den meisten Handykameras einscannen kann, gelangt man zu diesen Liedern.
Bei der Vernissage wurden sie von Bente Kahan auch in Person in Form von Stimme und Gitarre vorgetragen.

Marehalm art award Kunstprerisverleihung
Diesen Sonntag, den 19. 7. 2026 findet um 12 Uhr im Museum auch die Preisverleihung des Marehalm Art Awards statt. Er wurde 2023 von Karin Tuxhorn, die auch 1. Vorsitzende des Vereins Freunde des Haizmann Museums ist, ins Leben gerufen um den stetig sinkenden Förderungen in der Kunst und Kultur entgegenzuwirken und Künstlern eine Bühne zu geben, deren einzigartiger Stil bislang nicht genug Beachtung und Anerkennung erfahren haben.
Dafür wurden aus dieses Jahr ca. 1000 Bewerbern 4 Leute von der Jury (bestehend aus verschiedenen sich mit Kunst beschäftigenden Leuten) ausgewählt, die ihre Werke zum diesjährigen Thema „Verknüpfung“ präsentieren dürfen. Welche Kunstform man dabei vertritt, beispielsweise Malerei, Holzschnitt, Fotografie, Skulptur,.. spielt keine Rolle, wichtig ist nur, dass eine eigene, noch unbekannte Richtung zu erkennen ist. Auch Alter (ab 18), Herkunft und Bildungsgrad sind nicht von Bedeutung.
Nach der Preisverleihung werden die Werke der Erkorenen Swen Bernitz, Alejandra Baltazares, Guido Klumpe und Eilike Schlenkhoff noch bis zum 4. Oktober im Richard Haizmann Museum zu betrachten sein.
Die Öffnungszeiten sind:
Di- Fr: 11 – 16:30 Uhr
Sa: 11 – 13 Uhr
So: 14- 17 Uhr
Der Eintritt ist wie immer kostenfrei, Spenden sind aber herzlichst gerne gesehen.