Unter diesem Motto steht die Faire Woche vom 11. bis 25. September 2026. In Niebüll und im Kreisgebiet gibt es dazu wieder einige Veranstaltungen, im gesamten Bundesgebiet sind es über 1600.
(Titelbild © LobOlmo)
Im Weltladen Niebüll in der Hauptstraße 38 heißt es am 11.09. von 14:00 – 17:00 Uhr und am 12.09. von 10:00 – 13:00 Uhr „Fair handeln – fair genießen“. Es gibt einen Infostand mit vielfältigen neuen Fair Trade Produkten wie etwa Papier aus Elefantendung, sowie Produktverkostungen und ein Quizangebot.


„Schokolade fair naschen! – Multivisionsshow“
Die Fairtrade Town Niebüll lädt in Kooperation mit dem Fairtrade Kreis Nordfriesland und Eine Welt im Blick e.V. am Freitag, den 25. September 2026 um 19.00 Uhr zu einer besonderen Multivisionsshow in das Naturkundemuseum Niebüll ein.
Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten weltweit. Sie ist köstlich, schmilzt auf der Zunge und ruft Glücksgefühle hervor. Ihre Hauptingredienzen sind Kakao, Zucker und Milch. Wie werden aus diesen Zutaten eigentlich Schokoladentafeln hergestellt? Wer verdient mit ihnen das große Geld? Ist Schokolade gesund und wer hat sie erfunden? Diesen Fragen gehen Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner in ihrer Multivisionsshow auf den Grund.

Und so beginnt die Live-Reportage in den mystischen Regenwäldern Guatemalas, wo die Maya bereits vor 1.500 Jahren aus den Früchten des Kakaobaums Trinkschokolade zubereiteten. Sie führt zu den ersten Schokoladenfabriken Europas und den Gründen, warum heute im konventionellen Kakaosektor Armut und Kinderarbeit weit verbreitet sind.
Eine Alternative bietet der Faire Handel, weshalb die beiden Fotojournalisten drei bio-zertifizierte Fair-Trade-Kleinbauernverbände besucht haben: in Bolivien Kakaobauern von EL CEIBO, in Paraguay Zuckerrohrbauern von Manduvira und in Deutschland eine Milchbauernfamilie der Molkerei Berchtesgadener Land. Mit außergewöhnlichen Fotos berichtet das weitgereiste Duo über deren Arbeitsalltag und zeigt, wie der Faire Handel im Globalen Süden und Norden wirkt.
Mit ihrer aufwändigen Programmierung, den feinsinnigen Erzählungen und stimmungsvollen Musikpassagen ist die Multivisionsshow ein unterhaltsames Plädoyer für mehr Gerechtigkeit im verführerischen Schoko-Naschereien-Geschäft.
Als Fotografen und Journalisten mit dem Schwerpunkt Fairer Handel sind Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner Mitglieder der World Fair Trade Organization (WFTO). Bekanntheit haben sie mit ihren beeindruckenden Multivisionsshows erlangt, in denen sie den Fairen Handel mit ihren ganz persönlichen Reiseerlebnissen kombinieren. Sie zeigen ihre Fotos auf Großleinwand. Durch die perfekte Abstimmung von brillanten Bildern, Live-Kommentaren und berührender Musik entsteht eine magische Atmosphäre, die zu einem erkenntnisreichen Vergnügen einlädt.
Diese Veranstaltung signalisiert gleichzeitig den Auftakt zu einer Spendenaktion, die die Fairtrade Town Niebüll anlässlich ihres 10jährigen Jubiläums im Jahr 2027 initiiert. Mittels einer Illustration der Künstlerin Eva Muggenthaler sammelt die Fairtrade Town Spenden für die Kampagne „Make Chocolate Fair!“ des INKOTAnetzwerk e.V. aus Berlin. Die Kampagne setzt sich unter anderem gegen ausbeuterische Kinderarbeit im Kakaoanbau in Ghana und der Elfenbeinküste ein und wird in Niebüll schon seit einigen Jahren im Rahmen des Osterhasenalarms unterstützt. Genaueres zur Spendenaktion berichten wir in den kommenden Wochen.
Der Eintritt zur Multivisionsshow ist kostenfrei, um eine Spende wird gebeten. Schokoladige Kostproben runden den Abend ab. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Fairen Woche und der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit 2026 statt.

Weitere Veranstaltung finden auf der Hallig Hooge und in Husum Stadt. Alle Veranstaltung können im Kalender der Fairen Woche angeschaut werden, www.faire-woche.de

Allgemeine Informationen zur Fairen Woche (Zitiert von der Seite www.faire-woche.de)
In diesen zwei Wochen rücken wir die vielen Facetten von Vielfalt im Fairen Handel in den Mittelpunkt – mit einem besonderen Fokus auf junge Menschen. Wir wollen ihre Perspektiven, ihre Lebensrealitäten, ihre Rolle für eine vielfältige Zukunft kennenlernen und ihnen ein Plattform bieten ihre Sicht darzustellen.
Vielfalt prägt unseren Alltag. Sie zeigt sich in Lebensentwürfen, Ideen und Sichtweisen. Sie bereichert unser Zusammenleben, weil sie uns neue Perspektiven eröffnet und gegenseitiges Lernen ermöglicht. Sie ist die Grundlage dafür, dass Gesellschaften funktionieren und sich weiterentwickeln können. Gleichzeitig steht Vielfalt unter Druck. Ökologische Krisen, soziale Ungleichheit, Ausgrenzung und der Verlust demokratischer Werte bringen Vielfalt in Gefahr. Gerade viele junge Menschen erleben diese Spannungen ganz konkret und suchen nach Wegen, Vielfalt nicht nur zu verteidigen, sondern aktiv zu leben.
Die Faire Woche lädt dazu ein, genau darüber ins Gespräch zu kommen: Was bedeutet es heute, Vielfalt zu leben? Welche Herausforderungen bringt das mit sich – und wie kann der Faire Handel dabei unterstützen, Vielfalt auch in Zukunft zu sichern und zu stärken?
Der Faire Handel lebt Vielfalt
Vielfalt ist ein zentrales Prinzip des Fairen Handels – und zeigt sich auf vielen Ebenen. Da ist zum einen die große Produktvielfalt, die zum Entdecken einlädt: Neben Kaffee, Tee und Schokolade gibt es immer wieder neue fair gehandelte Produkte, die überraschen, erstaunen und neugierig machen – von bunten Kartoffelchips bis zu außergewöhnlichen Alltagsprodukten.
Vor allem aber lebt der Faire Handel von der Vielfalt engagierter Menschen. In Weltläden, Fairtrade-Towns, -Schools und -Universities, Initiativen, Kirchengemeinden, Schulen oder Kommunen machen Menschen haupt- und ehrenamtlich globale Zusammenhänge sichtbar und setzen sich für eine gerechte, offene Gesellschaft ein. Dieses Engagement schafft Räume, in denen junge Menschen mitgestalten, diskutieren und eigene Perspektiven einbringen können.
Auch ökologisch leistet der Faire Handel einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt: Durch faire Preise, langfristige Handelsbeziehungen und nachhaltige Anbaumethoden, etwa im Agroforstanbau, werden Biodiversität geschützt und Lebensgrundlagen gesichert.
Gleichzeitig verschließt der Faire Handel nicht die Augen vor den Bedrohungen von Vielfalt: der Industrialisierung der Landwirtschaft, der Machtkonzentration in globalen Lieferketten oder dem Erstarken von Ausgrenzung und Rechtspopulismus. Die Faire Woche macht diese Herausforderungen sichtbar – und zeigt, wie Fair-Handels-Akteure Menschen darin bestärken können, sich für Vielfalt, Solidarität und Gerechtigkeit einzusetzen.
Die Faire Woche ist mehr als eine Aktionszeit – sie bringt Menschen zusammen, um Vielfalt bewusst wahrzunehmen, zu erleben und gemeinsam lebendig zu halten.