Bildgewaltig und grell, düster und furchteinflößend, aber gleichzeitig ein Cyberspace Fiebertraum, in den man eintauchen möchte.
Meine erste Assoziation zur Ausstellung „Lucid Dreams“ von Johann Büsen in Richard Haizmann Museum war der Roman „Newromancer“ von William Gibson, der 1987 in Deutschland erschien. Es muss also schon knapp 40 Jahre her sein, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber die Bilder haben sofort diese Verbindung zu Science Fiktion und Cyberspace in mir geweckt.
Der Kunstverein Niebüll präsentiert in seiner Herbstausstellung einen wirklich herausragenden Künstler, der digitale Welten auf die Leinwand bringt, in denen man sich regelrecht verlieren kann. Besonders die aktuelle Bilderserie Seemannsgarn entführt einen in eine Zwischenwelt von Vergangenheit und Zukunft.
Neben vielen Bilder beinhaltete die Ausstellung noch eine Videoinstallation sowie eine VR-Brille, mit der man dann endgültig in die Büsen-Traumwelt abtauchen kann, ganz im Sinne des Ausstellungstitels. Ein luzider Traum oder Klartraum ist ein Traum, in dem man sich bewusst ist, das man träumt. Dafür darf man sich gerne etwas Zeit mitbringen, denn es gibt so viel in den Bildern zu entdecken.


Der Computer dient Johann Büsen als Archiv für seine Kunst. Durch digitale Bearbeitung werden die Motive verfremdet, überlagert und zu neuen Bildwelten verdichtet. Die Motive stammen aus Politik, Natur, Literatur, Film, Kunst sowie Wissenschaft und Alltagskultur. Dabei erzählt Büsen surreale Geschichten, in denen mysteriöse oder skurrile Begebenheiten zu entdecken sind. Mit Hilfe von Maus, Grafiktablett und diversen Programmen entstehen am Computer malerische Bilder. Die Bilder stellen Standpunkte ebenso in Frage, wie sie mit der Fantasie und Erinnerung des Betrachters spielen.
Johann Büsen, geboren 1984 in Paderborn, studierte von 2005 bis 2010 an der Hochschule für Künste in Bremen. Ab 2009 hatte er sein Atelier in Berlin und ab 2013 in München. Seit 2017 lebt und arbeitet er in Bremen. 2010 erhielt er den Paula Modersohn-Becker Nachwuchs-Kunstpreis der Kunsthalle Worpswede. Er bekam Stipendien aus den Bereichen Digitale Malerei, Virtual Reality, NFT und Elektronisches Papier. Mit seiner digitalen Malerei hat er seit 2003 an über 200 Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teilgenommen.
Mehr zum Künstler findet sich auf seiner Internetseite www.johannbuesen.de
Die Ausstellung ist noch bis zum 22. November 2026 im Richard Haizmann Museum zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11.00 – 16.30 Uhr, Samstag von 11.00 – 13.00 Uhr und Sonntag von 14.00 – 17.00 Uhr, montags und feiertags geschlossen.
Auch im Museum noch bis zum 06. Dezember zu sehen ist die Ausstellung „Der Fluss der Dinge“ mit Werken von Jörg Bernkopf.















