dadadada

Ein Konzept für die Gastronomie

In Niebüll kann man gut und lecker Essen gehen. Als Gastronomiestandort schlummern in Niebüll aber noch ein paar Potenziale, bei deren Verwirklichung die Stadt gerne unterstützen möchte. Aus diesem Grund hat die Stadt über die Stadtmarketing Niebüll GmbH im Rahmen des landesweiten „Sofort-Programms zur Förderung der Innenstadtentwicklung der Stadt- und Ortszentren“ (Innenstadtprogramm) die Erstellung eines Gastronomieentwicklungskonzeptes in Auftrag gegeben.

Dieses Konzept liegt nun vor und ist auf https://www.niebuell.de/Verwaltung/Ortsrecht-Dokumente/ abrufbar. Erarbeitet wurde das 62 Seiten umfassende Werk von der CIMA Lübeck. Das Beratungsunternehmen ist auf Innenstadtthemen spezialisiert und hat den Stadtmarketingprozess in Niebüll schon um die Jahrtausendwende begleitet.

Startschuss für den Prozess am 27. Februar 2023 war ein Workshop in der Kaffeemaus für die gastronomischen Betriebe in der Stadt. Es ging um ein gemeinsames Kennenlernen, Austauschen und Ideen entwickeln. Diesem Termin folgte eine weitere Expertenrunde mit Vertretern der Kommunalpolitik, des HGV und der DEHOGA. Daran anschließend wurde eine Besucherbefragung beim Hauptstraßenvergnügen Anfang Mai durchgeführt und eine Online-Befragung im Sommer. In einer abschließenden Runde, wieder mit den Gastronomen wurden die Inhalte vorgestellt und das weitere Vorgehen besprochen, bis dann am 20. November 2023 das fertige Gastronomieentwicklungskonzept im Ausschuss für Umwelt, Wirtschaft und Tourismus der Stadt Niebüll von der CIMA vorgestellt wurde.

Treffen der Gastronomen in der Kaffeemaus

Nun zum Inhalt: Zunächst wurden einige Rahmenbedingungen und Entwicklungstrends aufgezeigt. Dann wurde der Gastronomiestandort Niebüll analysiert. Im Weiteren wurden die Befragungen ausgewertet und schließlich ein Handlungskonzept für den Gastronomiestandort Niebüll vorgeschlagen.

Das gastronomische Angebot ist eine tragende Säule für eine belebte und attraktive Innenstadt und wird laut der CIMA in Zukunft ein noch relevanterer Faktor werden. Und dies, obwohl oder vielleicht gerade weil die Corona-Pandemie und die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage mit Umsatzrückgängen aufgrund zurückhaltenden Konsumverhaltens, steigenden Energiekosten und Geschäftsaufgaben die Branche arg strapaziert haben. Nach den Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichem Grün ist Gastronomie der dritt-wichtigste Grund für eine attraktive Innenstadt, die sich wieder zu einem Ort des Miteinanders entwickeln soll.

Trends in der Gastronomie sind laut der CIMA neue Shop-Konzepte mit einem Mix aus Einkauf und Gastronomie (wie in Niebüll z.B. bei Pack & Schnack), Tasting-Events, Street Food Angebote, aber auch die verstärkte Nachfrage nach regionalen Produkten.

In Niebüll gibt es derzeit 32 gastronomische Nutzungen, die meisten davon inhabergeführt und im Bereich der Innenstadt und des näheren Umfeldes, unterteilt in die Gastronomietypen Speisegaststätten, Bistros/Cafés/Eisdielen, Imbisse/Fast Food und Kneipe/Bar/Pub. Auf die Frage, welche Betriebe in Niebüll besonders gut ankommen landeten bei 330 Nennungen das Restaurant Athen, das Café Hugo, der Wattwurm, Casa Piccoli und der Friesenhof auf den vordersten Plätzen.

Eine erhöhte Angebotsvielfalt wird oft als Wunsch für das Gastro-Angebot in Niebüll genannt. Vermisst werden laut Befragungsergebnis unter anderem ein asiatisches Angebot (chinesisch oder japanisch), ein Fischrestaurant und eine Bar oder Kneipe.

Von Projektideen, die in der Befragung vorgeschlagen wurden erhielten eine temporäre Fußgängerzone mit Platz für Außengastronomie, Street Food und mehr nachhaltige und einheimische Produkte die meisten Stimmen.

Gute Ideen für Niebülls Gastronomieangebot waren gefragt

Im abschließenden Handlungskonzept der Untersuchung macht die CIMA Werbung für „kreative, mutige und innovative Maßnahmen“, denn die „Gastronomie befindet sich bundesweit im Wandel und ein sich stetig veränderndes Freizeit- und Konsumverhalten führt immer wieder zu neuen Angebots- und Nachfragetrends“.

Die Innenstadt übernimmt für Standorte neben ihrer Versorgungsfunktion auch wieder mehr die Rolle eines Identifikationsortes, der belebt werden will. Um dies im gastronomischen Sektor mitzugestalten, identifiziert die CIMA die Handlungsfelder Angebotsvielfalt, Erlebbares Miteinander, Aufenthaltsqualität, Sichtbarkeit, Service, regional und nachhaltig und schlägt dazu einige Leitprojekte vor. Im laufenden Prozess sind das Stadtmarketing und andere Akteure schon aktiv geworden. Neue Sitzmöbel und eine saisonale Straßenüberspannung wurden installiert und mit Soundz of Niebüll eine Bandnacht erprobt. Events wie Niebülls Schafer Tag, School´s Out und Oldies und Oldtimer haben die Innenstadt zur Bühne gemacht und mit dem Feierabendmarkt wurde ein regelmäßiges Angebot durchgeführt. Bei allen Projekten spielte auch das gastronomische Angebot eine wichtige Rolle.

Besonders im Auge haben sollte man in Niebüll auch das Thema Saalbetrieb für größere Festlichkeiten, da es mit dem Friesenhof nur noch einen Betrieb dieser Art in Niebüll gibt. Zudem brennt auch das Thema der Fachkräftegewinnung für die Gastronomie einigen Betrieben unter den Nägeln, eine Entwicklung, die sich durch viele Branchen zieht.

Das Gastronomieentwicklungskonzept gibt allen Beteiligten einige Möglichkeiten und Handlungsaufforderungen an die Hand, den Gastronomiestandort Niebüll weiterhin positiv zu entwickeln und zeigt für mögliche Neugründungen die Potenziale des Standortes auf. Im nächsten Schritt wird der Gastronomie-Stammtisch weitergeführt, um dort die nächsten Projekte auf den Weg zu bringen.

Kommentar verfassen

Prev
Malerei im Aufbruch

Malerei im Aufbruch

Die neue Ausstellung des Richard-Haizmann-Museums „Nordfrieslands Wege in

Next
Tschüß 2023

Tschüß 2023

Ende Dezember ist Zeit für einen kleinen Jahresrückblick und etwas Statistik für

Magst Du vielleicht auch
Cookie Consent mit Real Cookie Banner